Januar 11

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Walliser Schwarznasenschaf (Stand 2021)


  • Herkunftsland: Oberwallis, Schweiz
  • Lebende Tiere: etwa 13.700 eingetragene Herdenbuchtiere (2021)
  • Ernährung: abwechslungsreiche Standorte mit einem hohen Besatz an Disteln, Brennnesseln, Ampfer und Scharfgarbe sowie weiteren Wildkräutern

Auf unserem Erlebnisbauernhof nehmen wir keinen Eintritt. Allein die Spenden unserer Tierfreunde halten die Arche für bedrohte Haustiere (z.B. Walliser Schwarznasenschaf (Stand 2021)) offen und ermöglichen uns den Ausbau der Arche, damit wir weitere Tiere aufnehmen können.

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Die Walliser Schwarznasenschafe gehören zu den sogenannten großrahmigen Zweinutzungsrassen, da sie einerseits zur Milch- aber auch andererseits zur Fleischerzeugung genutzt werden können und eine beachtliche Größe aufweisen. Von besonderer Qualität gilt das feinfaserige, fettarme Fleisch.

Die Rasse stammt von den ausgestorbenen schwarznasigen Vispertalerschafen ab. Von diesen hat das Walliser Schwarznasenschaf sein charakteristisches und namengebendes Aussehen geerbt. 

Walliser Schwarznasenschafe gelten als sehr zutraulich und neugierig. Ebenfalls zählen sie zu den „primitiven Schafrassen“, da sie aufgrund ihres Körperbaus, der Behornung sowie der robusten Wolle der Wildform der Urschafe sehr nahe kommt. 

Herkunft des Schwarznasenschafs

Ursprünglich stammen die heutigen Schwarznasenschafe aus der schweizerischen Oberwallis und gelten als einzige gehörnte Schafrasse in der Schweiz. Im Jahre 1962 wurden diese als eigenständige Rasse anerkannt und schließlich 1964 in den Schafzuchtverband aufgenommen. Jedoch ist ihre Geschichte weitaus älter. Schon im 15. Jahrhundert wurden ähnlich aussehende Schafe erwähnt. Gleichwohl im Laufe der Zeit, wie bei vielen anderen Rassen auch, die Zuchtmerkmale im Hinblick auf Leistung und Eigenschaften stetig verbessert wurden. 

Zu den Zuchtzielen gehörten beispielsweise eine gute Futterverwertung, Genügsamkeit, Standorttreue, Langlebigkeit, Robustheit, ausgezeichnetete Berggängigkeit sowie Anpassungsfähigkeit an das raue Gebirgsklima. Grund für diese speziell definierten Zuchtziele war die Haltung in den Hochgebirgen, die teils harsche Anforderungen an die tierischen Bewohner stellt. Hinzu kam eine korrekte Farbgebung der weiblichen und männlichen Tiere, um eine Unterscheidbarkeit zu vereinfachen. 

Das Walliser Schwarznasenschaf zählt zu den „asaisonalen“ Rassen. Dies bedeutet, dass die weiblichen Tiere über das gesamte Jahr hinweg trächtig werden können und nicht wie andere Rassen nur saisonal Lämmer gebären. 

Heutiger Stand

Heutzutage gibt es laut dem Oberwalliser Schwarznasenschafzuchtverbandes in etwa 13.700 eingetragene Herdenbuchtiere. Beheimatet sind die Tiere vor allem in der Schweiz und Bayern.  

In diesen Gebieten sind die Walliser Schwarznasenschafe sehr beliebt für die Aufwertung und Pflege von Landschaftsgrünanlagen. Aber auch die Teilnahme an TV- und Fotoproduktionen wird immer populärer, da die Tiere aufgrund ihres besonderen Aussehens ein absoluter Hingucker sind. 

Vor allem für die Pflege von Grünflächen wie Garten, Kraut und Wiese eignen sie sich hervorragend. Besonders unwegsame Gebiete mit schwer zu pflegenden Flächen aufgrund von für Maschinen unpassierbaren Wegen oder extremen Steigungen stellen für die Schafe angesichts ihrer Größe, hohen Trittsicherheit und Genügsamkeit kein Problem dar. Hinzu kommt, dass die Schafe als sehr Standorttreu gelten und sich somit nur in einem Umkreis von etwa 300 m um ihren Siedlungsstandort herum aufhalten. Nicht zu guter Letzt wirken sie bedingt durch ihre charakteristische Farbgebung als ein optisches „Highlight“ auf den grünen Wiesenhintergründen. Vor allem Wanderer erfreuen sich an den freundlichen und zutraulichen Tieren, die ebenfalls ein gutes Fotomotiv abgeben. 

Jedoch nicht nur im Grünen, sondern gleicherweise auch in Film- und Fotoproduktionen geben die Tiere ein gutes Bild ab. Aufgrund ihrer neugierigen und zutraulichen Art eignen sie sich perfekt als Film- oder Shootingpartner. 

Typische Rassemerkmale des Walliser Schwarznasenschafs

Das Walliser Schwarznasenschaf verfügt über einen weißen Körper übersäht mit einem langen, groben und gelockten Wollflies mit darüberliegenden Grannenhaaren (derbe glatte Haare). Die Wolle kann Längen von bis zu mehr als 10 cm erreichen. Rassetypisch sind die schwarz gefärbten Bereiche an Kopf und Beinen. Bis über die Knöchel hinweg sind die Beine schwarz gestiefelt sowie an den Vorderknien und Sprunggelenkhöckern punktuell schwarz gefärbt. Am Kopf hingegen bedecken die schwarzen Flächen die gesamte charakteristisch gekrümmte Ramsnase sowie bis über die Augen hinweg die Ohren. Weibliche Tiere heben sich durch eine zusätzlich schwarz gefärbte Schwanzpartie ab. 

Ein weiteres typisches Rassemerkmal sind die korkenzieherähnlich geformten Hörner. Diese können Schrauben- beziehungsweise Spiralförmig gedreht sein und weisen geschlechtsspezifisch eine unterschiedliche Länge auf. Männliche Tiere verfügen über wesentlich ausgeprägtere Hörner.

Ein Altbock kann ein durchschnittliches Gewicht von rund 80 kg bei einer Größe von 75 cm erreichen, jedoch sind Höchstgewichte von bis zu 130 kg bei bis zu 83 cm keine Seltenheit. Hierbei nimmt die Wolle ein Gewicht von 3,5 kg bis 4,5 kg ein. Mutterschafe hingegen erreichen Gewichtsangaben zwischen 70 kg und 90 kg bei Größen um die 72 cm bis zu 78 cm. Das Gewicht der Wolle beträgt hierbei 3 kg bis 4 kg. Ausgewachsene Mutterschafe verfügen über eine Reproduktionsleistung von 1,6 Lämmern pro Jahr und können somit jährlich rund ein bis zwei Lämmer gebären. 

Walliser Schwarznasenschaf Rassemerkmale

Übersicht der typischen Rassemerkmale: 

Farbmerkmale: 

  • Der Kopf ist schwarz eingefärbt: von der Nase bis über die Augen hin zu den Ohren 
  • Schwarze Fesselfärbung
  • Schwarze Knie- und Sprunggelenkhöckerfärbung (nur punktuell) 
  • Weibliche Tiere verfügen über einen schwarzen Schwanzfleck

Hörner: 

  • Schrauben- bzw. Spiralförmig gedreht 
  • In waagrechter Richtung angesetzt
  • Vereinzelt können schwarze Streifen vorkommen
  • Widder beziehungsweise Böcke die Hörner wesentlich stärker aus, als die Auen (weibliche Tiere) 

Größe der Tiere:

  • Weiblich: 72 – 78 cm 
  • Männlich: 75 – 83 cm

Gewicht der Tiere: 

  • Weiblich: 70 – 90 kg
  • Männlich: 80 – 130 kg

Ernährung

Walliser Schwarznasenschafe stellen aufgrund ihrer Robustheit keine großen Ansprüche an die Ernährung. Hierdurch eignen sie sich optimal für die Haltung auf sehr mageren Weiden. Bevorzugt werden jedoch trotz alledem abwechslungsreiche Standorte mit einem hohen Besatz an Disteln, Brennnesseln, Ampfer und Scharfgarbe sowie weiteren Wildkräutern. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten benötigen die Tiere viel Gehölzschnitt. Hierfür eignen sich optimal Schnitte von Obst- oder Laubbäumen, Sträuchern oder auch Hecken. Diese sollen zum Ausgleich des Mineral- und Spurenelementhaushaltes dienen.

Doch Vorsicht: Fette Weiden mit viel Kleeanteil vertragen die Tiere nicht! Hiervon können die Schafe krank werden. 

Trotz der Genügsamkeit dieser Rasse sollte immer eine Mineralleckschale oder ein Salzleckstein zur Verfügung stehen. 

Herdeneigenschaften 

Diese Schafe sind absolute Herdentiere. Weibliche Walliser Schwarznasenschafe bilden mit ihren Jungtieren zusammen kleine Gruppen. Männliche Tiere hingegen bleiben entweder alleine oder schließen sich zu kleinen Gruppen mit strengen Randordnungen zusammen. Abhängig von der Hörnergröße wird diese regelmäßig durch teils schwere Rangkämpfe festgelegt. 

Nachteile der Rasse hinsichtlich der Nutzung:

Nachteilig zu bewerten ist die späte Geschlechtsreife dieser Rasse. Weibliche Tiere sind erst in der Lage in einem Alter von 14 bis 15 Monaten die ersten Lämmer zur Welt zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass die Tiere schon über 60 % ihres Wachstums abgeschlossen haben und somit keine negativen Folgen einer Belegschaft (Trächtigkeit) mehr zu erwarten sind. Jedoch gelten die geborenen Lämmer als sehr schnellwachsend. Dies stellt wiederrum einen Vorteil dar. 

Walliser Schwarznasenschafe sind zudem sehr pflegeaufwendig. Mindestens zweimal im Jahr ist eine Schur notwendig. Optimale Zeitpunkte hierfür sind im Februar sowie September. Hinzu kommt, dass die Wolle rund um die Hörner regelmäßig zurückgeschnitten werden muss, um ein luftdurchlässiges Klima zu ermöglichen. 

Zu Guter Letzt ist ein gutes Gesundheitsmanagement unverzichtbar um die Tiere gesunderhaltend und gesundheitsfördernd halten zu können. Vor allem eine regelmäßige Schur, Klauenpflege, mehrmalige jährliche Wurmkurgabe oder auch Kotprobenentnahme bilden die Grundlage eines optimalen Gesundheitsmanagements.

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